Administrative Wohnungsnummer

Administrative Wohnungsnummer

Im Rahmen der Registerharmonisierung muss jeder im Einwohnerregister geführten Person der Eidgenössische Gebäudeidentifikator (EGID) und der Eidgenössische Wohnungsidentifikator (EWID) der von ihr bewohnten Wohnung aus dem Gebäude- und Wohnungsregister (GWR) zugewiesen werden. In komplexen Gebäuden ist es aber oft schwierig, die Wohnung, in welcher eine Person lebt, eindeutig zu identifizieren - die im GWR verfügbaren Informationen Stockwerk, Zimmerzahl und Lage auf dem Stockwerk genügen in grossen Gebäuden nicht. Das Bundesamt für Statistik empfiehlt deshalb für solche Gebäude die Einführung einer Wohnungsnummer (es handelt sich dabei um eine eigenständige Nummer - nicht zu verwechseln mit dem EWID). Diese wird im Gebäude- und Wohnungsregister und im Einwohnerregister geführt und sowohl dem Eigentümer als auch dem Bewohner bekannt gemacht. Die Nachführung des EWID auf der Einwohnerkontrolle wird damit entscheidend vereinfacht.

Die Wohnungsnummer kann entweder sichtbar an der Wohnungstür und / oder am Klingelschild angebracht werden (= physische Wohnungsnummer), oder nur administrativ verwendet werden (mit Aufdruck der Nummer auf Miet- oder Kaufvertrag).

Die physische Wohnungsnummer hat gegenüber der bloss administrativen (nicht sichtbar angebrachten) Wohnungsnummer Vorteile. Sie ist den Bewohnern aufgrund ihrer Sichtbarkeit bekannt. Zudem ist die Wohnung dank der Beschriftung auch für Dritte (z.B. auch Rettungsdienste) sofort erkennbar.

Nachteilig fällt bei einer physischen - gegenüber einer bloss administrativen - Wohnungsnummerierung ins Gewicht, dass die Akzeptanz von Eigentümern und Bewohnern nicht überall gegeben sein dürfte. Zudem bringt die physische Anbringung der Nummer Zusatzkosten mit sich.

Umsetzung im Kanton Thurgau

Im Kanton Thurgau ist für Gebäude mit mehr als drei Wohnungen auf einem Stockwerk und pro Adresse eine administrative Wohnungsnummer zu führen. Das Nummerierungssystem richtet sich nach den Empfehlungen des Bundes. Die Gemeinden sind berechtigt, Wohnungsnummern für einen grösseren Kreis von Gebäuden einzuführen und eine physische Anbringung der Wohnungsnummern anzuordnen.

Als Hilfsmittel steht den Thurgauer Gemeinden ein Musterprozess für die Abwicklung der Wohnungsnummerierung zur Verfügung.
Musterprozess Administrative Wohnungsnummerierung 

Weitere Informationen

Informationen zur Wohnungsnummerierung --> Bundesamt für Statistik

-> Richtlinie zur Wohnungsnummerierung